Jetzt würde mich wirklich brennend interessieren, welcher Kombination Euch am besten gefällt! Bitte schreibt mir Kommentare dazu, selbst wenn sie alle vernichtend und verheerend ausfallen.
Bin ab übermorgen sowieso ein Woche im Urlaub :-)
Euer Jens
Hallo, ich hatte ja bereits erwähnt, dass mir noch ein ordentliches Großmembran-Kondensatormikrofon fehlte. Nach dem Studium von vielen Testberichten war ich zu der Auffassung gekommen, dass man wohl ca. 100 ? investieren muss, um "was Ordentliches" zu bekommen. Sicher können Profis da auch noch mindestens eine Null ranhängen, aber so fein ist mein Gehör ja gar nicht ;-)
Von den Kritiken her gefiel mir das MXL 990 am besten. Als ich ein bisschen nach dem günstigsten Preis surfte, fand ich zufällig bei Ebay ein kaum teureres MXL V67i neu aus den USA. Das sieht natürlich noch schicker aus und trägt gleich zwei Mikrofone (exakter: Kapseln) in seiner Brust: auf einer Seite einen warmen Ton, auf der anderen einen hellen Klang. Die Aufnahme im Moment ist mit dem warmen Ton und Bassabsenkung entstanden.
Die Versandkosten waren mit 18 $ auch recht bescheiden, diesmal mit Standardmail, was ein bisschen länger dauerte (ca. 2 Wochen). Die größte Überraschung für mich war dann die Vorladung zum Zollamt Düsseldorf in ein "wunderschönes" Industriegebiet. Die normale Post überlässt diesen Spaß offenbar dem Paketempfänger :-) Es ist auch sehr kompliziert vorher herauszufinden, wieviel Zoll man tatsächlich bezahlen müsste. Dort angekommen musste ich den Karton öffnen, beim Anblick des wunderschönen Holzkastens wurde mir der Eindruck vermittelt: Das kann teuer werden! Die Zöllner kamen dann nach ein bisschen Warten mit der (scheinbar auch für sie) überraschenden Mitteilung, dass ausgerechnet Mikrofone zollfrei sind. Mehrwertsteuer muss man aber trotzdem nachzahlen.
Es funktionierte dann auch alles prächtig, allerdings meiner Ansicht nach wieder besser mit dem ART Tube (diese Aufnahme) als mit dem Tascam US-144. Da meine Frau anderer Meinung ist, werde ich in den nächsten Tagen mal eine Aufnahme mit der Kombination V67i/Tascam bringen und bitte Euch um Eure Meinung.
Und hier wie versprochen ganz zum Schluss noch ein kurzes Beispiel mit der Einstellung "Bright".
Tschüss bis demnächst
Euer Jens
Nach den bisherigen Experimenten wuchs nun der Wunsch, die optimale Konfiguration zusammenzubauen. Um möglichst wenig Rauschen und Netzbrummen zu haben, sollte die Zahl der Komponenten gering sein (sprich: 1 Mikrofon und 1 Verstärker/Mixer mit Phantomspannung und USB-Ausgang). Damit man auch beim Mischen mit Musik keine Performance-Probleme bekommt, sollte es USB 2.0 sein und um das Brummen für immer zu besiegen und mit einem Notebook völlig mobil zu sein, sollte die Stromversorgung über USB erfolgen. Eine eierlegende Wollmilchsau eben.
Tatsächlich fand ich genau 1 solches Gerät im Preissegment deutlich unter 200 ? und das war das TASCAM US-122L. Ein bisschen Suchen führte mich schließlich zu einem Super-Ebay-Angebot aus den USA für ein neues US-144 (wesentlicher Unterschied ist der zusätzliche S/PDIF-Ein- und Ausgang) im Paket mit einem TASCAM-Mikrofon und -Kopfhörer. Die Versandkosten waren zwar ziemlich hoch, aber es rechnete sich immer noch (knapp) im Vergleich zu einem "nackten" US-122L aus Deutschland. Dass Fedex mir dann bei der Auslieferung noch Zollgebühren (ich glaube im Wesentlichen die Mehrwertsteuer) und Bearbeitungsgebühren abknöpfte, überraschte mich zwar - weil ich noch nie was Größeres aus Nicht-EU-Ländern per Internet gekauft hatte - aber man hätte es sich eigentlich denken können.
Ansonsten war alles tadellos verpackt, funktionierte sofort - und dennoch war ich irgendwie enttäuscht. Mikrofon und Kopfhörer waren von der Qualität mit den Behringer Podcaststudio-Pendants vergleichbar, das ist für Geschenke ja auch ok. Aber selbst mit dem Kleinmembran-Kondensatormikrofon (mit dem auch diese Aufnahme entstand) war das Ergebnis meiner Ansicht nach nicht so gut wie mit dem ART Tube MP. Mir scheint die Verstärkung etwas schwächer und das Rauschen etwas stärker zu sein. Wiederum - bei genauem Nachdenken ist das ja auch ganz logisch: Wir haben es hier eben nicht mit einem hochspezialisierten Röhren-Mikrofonvorverstärker zu tun. Alles funktioniert nämlich durchaus genau wie versprochen: Ein ordentlicher Mixer mit Phantomspeisung, unabhängig regelbarer Kopfhörerausgang, USB 2.0 (Vista-Treiber ist noch nicht da, aber angekündigt), USB-Stromversorgung und damit weniger Kabelgewirr und keine potentielle Brummquelle. Eben fast perfekt ;-)
Nahezu gleichzeitig mit dem Tascam hatte ich mein Traummikrofon bestellt, doch dazu mehr beim nächsten Mal.
Heute geht es um erste Verbesserungen am Behringer Podcaststudio USB.
Da der größte Schwachpunkt wohl das dynamische Mikrofon war, musste ein Kondensatormikrofon her. Um erste Erfahrungen zu sammeln, entschied ich mich für ein sehr preiswertes Kleinmembran-Kondensatormikrofon T.BONE EM700. Das wurde sogar gleich mit Spinne (sieht cool aus und soll Schwingungen dämpfen) und Windschutz geliefert. Zuerst hatte ich an ein EM900 gedacht, da es anstelle der Phantomspeisung auch mit einer 1,5 V Batterie auskäme. Aber erstens hatte es zum gleichen Preis weder Spinne noch Windschutz und zweitens schreckte mich der Gedanke, möglicherweise bei der Aufnahme meines Lebens an einer leeren Batterie zu scheitern, denn doch ab ;-) Außerdem hatte ich sowieso schon vor, mir irgendwann mal ein deutlich teureres (und hoffentlich auch richtig gutes) Großmembran-Kondensatormikrofon zu leisten, und spätestens dann hätte ich das Phantom-Problem sowieso lösen müssen.
Folglich brauchte ich auch gleich eine Phantomspeisung und entschied mich der nur geringfügig höheren Kosten wegen gleich für einen Mikrofon-Vorverstärker. Die Wahl fiel ziemlich schnell auf einen ART Tube MP, der ist sehr preiswert und hat dazu noch eine Röhre. Von Röhren sind alle Soundexperten begeistert, weil sie a) so nostalgisch sind und b) den Sound irgendwie wärmer machen. Das kann ich alles noch nicht so genau beurteilen, Fakt ist aber, dass der ART Tube MP meine beste Investition aller Zeiten war. Die Verstärkung ist sehr gut und sehr rauscharm.
Um möglichst wenig Brumm- und Rauschquellen zu haben, entschied ich mich, den Behringer-Mixer wegzulassen und vom ART Tube direkt an den Behringer UCA 200 zu gehen. Durch die Einsparung des Kopfhörerausgangs beim UCA 200 hatte ich nun allerdings keine Kopfhörerkontrolle bei der Aufnahme mehr bzw. musste sie mühsam durch einen Seitenzweig (Mikrofonausgang des ART Tube an Xenyx 502 Kleinmixer) erzwingen. Zunächst probierte ich alle möglichen Varianten, um den Kopfhörerausgang des Computers doch noch mit möglichst wenig Zeitverzug zu nutzen (ASIO usw.), das war allerdings vergeblich. Viel später fand ich dann doch noch eine elegantere Variante: Ein XLR-Klinken-female-female-Adapter, mit dem man den Kopfhörer einfach direkt an den Mikrofonausgang des Tube anschließen kann. Ich weiß aber nicht, ob man damit irgendwelche Spannungs- oder Widerstandsnormen verletzt. Da die beiden verbundenen Geräte nicht so teuer sind, habe ich es einfach mal riskiert.
Das Gesamtergebnis ist meiner Ansicht nach durchaus hörenswert, sehr rauscharm, allerdings ein kleines bisschen zu leise. Ob das an der kleinen Membran des EM700 liegt, werden die Tests mit einem "richtig guten" (jedenfalls in meinem bescheidenen Budgetrahmen) Großmembran-Kondensatormikrofon in den nächsten Folgen zeigen. Im Vergleich zur Podcaststudio-Komplettlösung sind wir, meiner Meinung nach, aber schon ein ganzes Stück vorangekommen.
Die Wünsche meiner Frau waren sehr konkret, da sie aber vermutlich bei vielen Podcaster ähnlich sein werden, sind sie vielleicht eine Erwähnung wert:
1. Es sollte möglich sein, Musik oder Jingles 'reinzumischen, da ein späteres Bearbeiten am Computer viel zu zeitaufwändig wäre.
2. Die Kopfhörer müssen direkt an den Mixer angeschlossen werden. Eine Ausgabe über den Soundausgang des Computers verursacht leichte Verzögerungen, die eine Mikrofonaufnahme fast unmöglich machen.
3. Die Aufnahmequalität sollte natürlich bei moderaten Preisen des Systems gut sein.
Nach längerem Untersuchen von Komponenten im Internet kam ich zu der Erkenntnis, dass beim Zusammenkaufen weit über 100 ? selbst bei preiswerten Teilen zusammenkommen. Auch deshalb entschlossen wir uns zum Kauf des Behringer Podcaststudio USB für rund 100 ?. Dasselbe für FireWire wäre noch etwas besser, kam aber aufgrund des fehlendes Anschlusses am Notebook nicht in Frage. Schauen wir uns die einzelnen Elemente mal näher an:
- Das Mikrofon klingt ganz gut, aber als dynamisches Mikrofon kann es systembedingt kaum Höchstleistungen vollbringen. Das Rauschen bekommt man nicht völlig weg, wobei zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar ist, ob es am Mikrofon oder am Mixer liegt.
- Der Mixer selbst, Xenyx 502, ist gut bedienbar und tut genau das, was man von ihm erwartet. Das eigentliche Problem kommt dann, wenn man auf ein ordentliches Kondensatormikrofon wechseln möchte: Die dazu notwendige Phantomspannung von 48 V kann mit diesem Gerät nicht erzeugt werden. Man könnte zwar einen zusätzlichen Phantomspeiseadapter recht preiswert dazukaufen, hat dann aber noch eine brummträchtige Verbindung zum Stromnetz und mehr Kabelwirrwarr. Apropos Brummen: Unter nicht reproduzierbaren Bedingungen fing der ganze Spaß (schon in der reinen Behringer-Zusammenstellung) an meinem Notebook (und nur da) manchmal mörderisch zu brummen an, so dass man das Gesprochene kaum noch hören konnte. Intensive Web-Recherchen und zahllose Experimente führten zu der vagen Erkenntnis, dass es irgendwie mit der nicht entkoppelten Verbindung zweier an das 50Hz-Stromnetz angeschlossenener Geräte (Notebook und Kleinmixer) zu tun hatte. Irgendwann kam mir dann die geniale Idee, einfach das Notebook nur mit Akku zu betreiben, und es war weg! Scheinbar hat das gleichzeitig den Gott des Brummens vertrieben, der danach fast nie wieder kam (obwohl das Notebook meist wieder an seinen 220V hängt). Kleiner Rücksprung: Die FireWire-Variante des Podcaststudio bringt den nächstgrößeren Bruder des 502 mit, der auch Phantomspannung beherrscht.
- Der Kopfhörer ist ok und erfüllt bis heute unausgetauscht seinen Dienst :-)
- Das USB-Interface UCA 200 funktionierte auf Anhieb und ohne manuelle Treiberinstallation unter XP und Vista und tat ordentlich und unauffällig seinen Dienst. Die Einsparung von ein paar Cent Produktionskosten gegenüber dem einzeln angebotenen UCA 202 stellte sich später aber noch als Ursache vieler Schmerzen heraus: Sie hatten nämlich den Kopfhöreranschluss weggelassen. In der Komposition des Podcaststudio spielt das gar keine Rolle, da man den Kopfhörer natürlich an den Mixer anschließt, wo er sogar einen eigenen Regler hat.
Insgesamt war das Ergebnis recht erbaulich, aber da mich ja der Spieltrieb und nicht die Podcasting-Mission beflügelte, war klar: Das letzte bisschen Rauschen muss auch noch weg :-)
Was ich dafür so alles anstellte, werde ich in den nächsten Tagen erzählen. Nur soviel vorweg: Meist wurde es jeweils ein klein bisschen besser, aber nie perfekt ;-)
Über Eine unendliche Geschichte, wie man einen Podcast mit einigermaßen erträglicher Soundqualität produziert
alles mögliche ist aufgeschrieben und aufgenommen, was man bei den technischen Vorbereitungen zum Podcasten so erlebt; begleitet mit vielen schlechten und einigen mäßigen Soundbeispielen